Dienstag, 3. November 2015

Wochenendrückblick vom 02.-04.10.'15: Weiterbildung in Chemnitz

Ich habe eine Weiterbildung im kinesiologischem Taping in Chemnitz absolviert und möchte euch - verspätet - davon & von meiner Unterkunft berichten...

Was euch erwartet:
  • Eine kurze Beschreibung zu meiner Unterkunft mit Verlinkung
  • Eine kurze Beschreibung zum Taping Kurs mit Verlinkung
  • Erklärung was Tapen eigentlich ist, wieso ich der Meinung bin, dass man es nicht ohne anatomische Kenntnise durchführen sollte und was ich ehrlich davon halte

Hallöchen ihr Lieben,

im Rahmen meiner Ausbildung bekamen wir Anfang des Jahres die Möglichkeit an einem kinesiologischem Taping Kurs der "Perfect Therapy Academy" teilzunehmen - nur leider konnte ich nicht teilnehmen.
Da nun der Aufbaukurs ansteht, habe ich die Chance genutzt und den Basiskurs nachgeholt - musste dafür aber nach Chemnitz. Da es sinnlos ist, ständig hin - und herzufahren, habe ich nach einem günstigen Zimmer für 2 Nächte gesucht.
Nachdem ich stundenlang verzweifelt gesucht habe, bin ich auf einer Seite fündig geworden und habe den Vermieter direkt angeschrieben.
  Gesagt, getan!
Dann hieß es nur noch Überstunden nehmen, Freitag um 12 Uhr Feierabend haben und losfahren!

Arrived in Chemnitz - but first let's take a selfie!
Nach Empfang des Schlüssels und Erläuterung der wichtigsten Sachen, hab ich mein Zimmer bezogen und war sofort sehr zufrieden.


Das Zimmer war recht groß und gemütlich eingerichtet. Ich hatte ein Bett, einen Fernseher inklusive Schrank, ein Sofa, einen Kleiderschrank und einen Schreibtisch zur Verfügung. Außerhalb von meinem Zimmer gab es eine kleine Kochecke, zwei Toiletten (jeweils eine für Männer und Frauen) und eine sehr coole Dusche (man hätte Radio beim Duschen hören können, wenn man Empfang gehabt hätte und die Duschkabine an sich war auch sehr groß).
Auf meiner Etage waren noch 5 andere Zimmer mit denen ich mit Küche, Bad und Dusche geteilt habe - diese Gäste habe ich aber fast gar nicht gesehen.

Nachdem ich mein Revier markiert habe und mich breit gemacht habe, war ich noch einkaufen (Samstag war ja Feiertag) und habe mir gleich meinen Weg zu Weiterbildungsakademie "admedia" angeschaut (war nur 16 Minuten entfernt *o*).
Anschließend gab es Abendessen welches gleichzeitig mein Mittag für den nächsten Tag war... es war sehr kulinarisch... Nudeln mit Tomatensoße (es waren 2 frische Tomaten extra drin) und veganen Frikadellen...

Oben: Hab mir ein Kaktuseis geholt :3; Mitte: Ich, die sich beim Kochen extrem ausbreitet, mussste auf so einer kleinen Fläche kochen :O; Unten: Viel zu viel Essen zum Abendessen eingeplant...

Samstag, sowie Sonntag, bin ich 7:40 Uhr aufgstanden und hab mich fertig gemacht.
Im "admedia" gab es eine kurze Einweisung und dann ging es eigentlich schon los.
Wir hatten jeder einen Hefter mit dem Skript und 2 Taperollen zum Üben. Zusätzlich gab es einen Trinkbecher, Gummibärchen und einen Beutel. Für Verpflegung in den kurzen 10 Minuten Pausen war ebenfalls durch Obst, Süßigkeiten, Tee und Kaffee gesorgt.
Ich persönlich empfand es sehr angenehm so zu arbeiten, es kam mir nicht wie eine "Qual" vor, wie sonst immer wenn man im Gegensatz zu den anderen am Wochenende ran muss. Zudem war es eine gut strukturierte Weiterbildung (auch wenn ich am Anfang nicht ganz hinter das System vom Handout gestiegen bin, aber das hat sich dann von selbst erklärkt), die Tests wurden vorgezeigt, anschließend die verschiedenen Tape Anlagen und danach konnte man paarweise an den Behandlungsbänken üben (was widerrum für mich auch sehr interessant war, da ich als einzige noch nicht ausgelernt war und die anderen bisschen löchern konnte was sie so für Weiterbildungen haben).
Zum Schluss gab es dann noch eine Teilnahme - Bescheinigung und je nachdem ob man sich direkt was bestellt hat oder nicht, noch die bestellten Sachen (ich hab mir direkt noch 2 Tape Rollen bestellt).

Oben und Mitte: Unterlagen der Perfect Therapy Academy; Unten: meine beiden Tape Rollen
Jetzt habe ich soviel darürber geredet, aber...

Was genau ist Tapen denn eigentlich?!

Wenn ich es mit eigenen Worten beschreiben soll, würde ich sagen: "Es ist eine Methode bei welcher, mit einem speziellem dehnbarem, hautverträglichem Band, auf den Stellen des Körpers die Probleme (Schmerzen, Verspannungen, Schwäche) aufweisen, ein Reiz durch dieses Band gesetzt wird. Dieser Reiz hält solange an, wie das Tape auf der Haut verweilt." -> Der Erfinder Kenzo Kase (Chiropraktiker) würde wahrscheinlich sagen "Wir geben die Hände des Therapeuten dem Patienten mit." (Zitat ist nicht Original, mein Kursleiter hat es so ähnlich wiedergegeben und es hängt in meinem Kopf herum).

Wikipedia sagt: "Bei einem kinesiologischen Tape handelt es sich um ein elastisches, selbstklebendes, therapeutisches Tape aus einem dehnbaren, textilen Material auf das ein Polyacrylatkleber aufgebracht ist. Unter Anwendung spezieller, unterschiedlicher Techniken ("Taping") wird dieses Tape auf die Haut aufgebracht und soll dort unterschiedliche Wirkungen erzielen. Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich nicht bestätigt."

In der Theorie sieht es also folgendermaßen aus: Patient X kommt mit Kreuzschmerzen in die Praxis - und das zum gefühlten 50. Mal. Massagen helfen nicht, ich könnte aber weiter machen wie bisher oder mal etwas neues probieren: Gelernt wurde es mir mit verschiedenen Testungen in denen zunächst überblicksmäßig nach Einschränkungen geschaut wird, findet man solche, gräbt man mit spezielleren Test tiefer und versucht den Muskel zu finden der spinnt. Das können Verspannungen sein, Entzündungen, ausgeschaltete Muskeln aufgrund Überlastung (=> stellt euch vor ihr müsst ganz lange etwas ganz schweres halten: irgenwann sagt der Muskel "Ich will jetzt aber nicht mehr" und es fällt euch runter, da die Kraft fällt).
Nun wird dieser Muskel getapt und das kann kurioser Weise der Schultermuskel sein, oder ein Muskel im Kiefer oder vielleicht sogar in der Wade - der ganze Körper muss als Einheit betrachtet werden, alle Muskeln werden von Partnern oder Gegenspielern beeinflusst welche wieder andere beeinflussen.
Im besten Fall wird der Muskel durch diesen Reiz, den das Tapeband auf die Haut und das Gewebe und somit auch übertragend auf den Muskel bringt, wieder aktiviert.

Wieso sollte man anatomische Vorkenntnise haben?

Erklärt sich fast ein bisschen von selbst wenn man den oberen Text gut gelesen hat - ein Laie könnte sich höchstwahrscheinlich niemals diese Problemursprünge herleiten.
Zwar soll ein Tape angeblich auch seinen Zweck erfüllen wenn es nur in der Nähe des Problemmuskels angebracht wird und viel falsch oder "kaputt" machen kann man nicht, aber dennoch sollte man meiner Meinung nach eine solche Technik den Profis überlassen. Die haben ihre Ahnung nicht aus einem 2,99€ Buch, sondern aus einem 299€ Kurs.
Ich habe mal spaßeshalber in einem Discounter Taping Buch geblättert indem notdürftig der Verlauf der Muskeln beschrieben wurde und musste schmunzeln - wie soll man sich selbst diese Tapes draufkleben? Es benötigt teilweise eine bestimmte Position und Vordehnung die man selbst mit ermöglichen kann.

Was halte ich persönlich (ganz ehrlich) davon?

Als das Tapen aufkam hielt ich es schlicht und ergreifend für Schwachsinn. In 2 verschiedenen Praktika durfte ich das Tapen erleben und habe mich mit meiner Mentorin unterhalten die dem Thema zunächst auch sehr skeptisch entgegen stand und nach persönlichen Erfahrungen total überzeugt war.
Ich lies mich also drauf und machte diesen Kurs (ist ja auch ganz positiv bei der Bewerbung noch was beilegen zu können).
Bei mir wurde der gesamte Körper im Kurs verpflastert und dennoch habe ich einige kleine Veränderungen gespührt: beispielsweise habe ich mir probeweise ein rosa Lymphtape, anstatt üblicher Weise ein blaues, aufkleben lassen - das getapte Gebiet wurde warm. Mein linker Gesäßmuskel zeigte. im Test kaum Kraft, war also abgeschalten, nach dem tapen hatte ich Kraft in dem Muskel. Vor wenigen Wochen habe ich einen Fersensporn damit behandelt - es wurde am selben Abend etwas schlimmer und am Tag danach waren die Symptome weg. Ich habe meinen Vater getapt, es hilft ihm mit seinen Kreuzschmerzen.
Was will ich damit sagen? Vielleicht ist es ein bisschen ein psychischer Aspekt der eine kleine Rolle spielt, aber das Tape als ein Reiz der lange auf der Haut bleibt, aktiviert und wirkt - wenn man es richtig anlegt und das richige Gebiet trifft.

weiß: Aufrichtungstapes, beige: Stabitapes; beides sehr angenehm, ich habe eine Veränderung gespührt
rosa Lymphtape anstatt blau (wurde warm), weiße Kniegelenksstabitapes (nach Entfernung leicht instabiles Gefühl), weißes Oberschenkeltape: ohne Veränderungen
Das grüne Tape saß zu Beginn zu weit am Kopf und ich bekam 5 Minuten später Kopfschmerzen, nach Korrektur waren die Kopfschmerzen weg
Getapte Flasche - Wasser blieb unverändert :P
Das war es auch schon von mir. Normalerweise ist es nicht gut mehr als 3 Tapes kleben zu haben, aber ich wollte es euch mal zeigen.
Sonntag haben wir eher Schluss gemacht, da wir straff durchgezogen haben und es ging nach Hause, wo ich direkt meine Eltern tappen sollte / durfte. 

Heimfahrt ;D
Bei Fragen stehe ich euch selbstverständlich zur Verfügung!
Verklebte Grüße,

CoCo.

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