Freitag, 11. Oktober 2013

Das Becken - Teil 1

Falls ihr schon immer mal den menschlichen Körper besser kennen lernen wolltet...


Hallo an alle Freunde der Anatomie!

   >> Ich sags gleich zu Beginn, ob Teil 2 noch kommt steht noch in den Sternen, aber vielleicht langweile ich mit ja dieses Wochenende mal... ach halt ich muss ja für Anatomie lernen ;D <<

So, heute reden wir also über das Becken (= Pelvis). Dieses gliedert sich 2 Hüftbeine (= Ossa coxea), ein Kreuzbein (= Os sacrum) und ein Steißbein (= Os coccygis). Das Hüftbein ist im Prinzip das was man landläufig vielleicht als Becken kennt, also das was dann mit den Beinen verbunden ist, das Kreuzbein wäre dann das was das Hüfbein von hinten zusammenhält und nach oben hin mit der Wirbelsäule verbunden ist und das Steißbein ist der kleine Schwanz der von oben mit dem Kreubein verbunden ist und den man spürt wenn man lange auf einer blöden Stelle sitzt.
Könnt ihr mir noch folgen?
Quelle: http://www.apotheken-umschau.de/multimedia/18/31/237/5718827025.jpg
Auf diesem Bild seht ihr das nochmal ganz gut und unter dem Kreuzbein ist nochmal eine kleine Spitze, dass ist dann das Steißbein. Das wäre unser Schwanz, aber bewegen können wir den nicht mehr, zumindest Männer nicht, bei Frauen ist eine MINIMALE Bewegung möglich (wirklich minimal ;) )

Schauen wir mal kurz zum Ossa coxae (Was war das? Richtig! Das Hüftbein!) :

Die Ossa coxae sind ja wie erwähnt 2 mal da und ein Hüftbein heißt demzufolge nur: Os coxae.
Dieses unterteil sich jeweils in eine Drambeinschaufel (= Os illium), ein Sitzbein (= Os ischii) und ein Schambein (= Os pubis). Aber das nur mal so, dass kommt nämlich im 2. Teil nochmal genauer. Heute geht es uns nur um das Becken an sich.
Also, mal gedanklich zurückspulen und sich bitte nicht von meiner Abschweifung der Genauigkeit zu liebe nicht irritieren lassen.

Den ungefähren, groben Aufbau kennen wir jetzt also.
Wir schauen uns das Becken von vorn an und haben da wo die Darmbeinschaufel sind 2 Flächen, diese Flächen heißen Fossa iliaca:

Wie auf der Zeichnung ziemlich blöd dargestellt ist, sind die Darmbeinschaufeln bzw. das gesamte Hüftbein hinten durch das Kreuzbein (= Os sacrum) und vorne durch eine Symphyse miteinander verbunden. Die Symphyse ist eine Bandstruktur aus Faserknorbelgewebe.

Die Flächen die zwischen der Symphyse und dem Hüftbein (= Os coxea) sind die Facies symphysiales.

Dann haben wir, wenn wir daran ein Stück hoch und nach recht bzw. links gehen einen Kamm, eine Leiste. Diese nennt man Crista pubica. Es setzt sich zusammen aus Crista = Kamm, Leiste und pubica -> pubis (Ihr erinnert euch an unseren Ausflug zum Os coxae, an das Os pubis, das Schambein?), das heißt die Crista pubica ist eine von dem "Loch" was oberhalb und beidseitig der Symphysue ist (Tuberculum pubicum, dazu kommen wir im 2. Teil) (vom Os pubis) zur Symphyse ziehende/r Leiste/Kamm.

Wir rutschen ein Stück weiter und treffen auf einen weiteren Kamm, der aber keine Leiste ist, sondern ein reiner Kamm. Es handelt sich um das Pecten ossis pubis, zu deutsch: der obere Schambeinkamm.

Das wars jetzt ersteinmal mit dem unteren Bereich der Hüfte, gehen wir hoch und witmen uns wieder dem Os sacrum (Kreuzbein). Dies ist ja (nun wird das jetzt zum 3. mal erwähnt) die Verbindung zwischen den Beckenschaufeln und eine Verbindung ist ja fest verankert und diese Verankerung, diese Fläche ist eine Rauhigkeit und die hat natürlich einen Namen. Es ist sie Facies auriculares.

Über der Facies auriculares befindet sich die Tuberositas iliaca. Auf deutsch könnte man es so übersetzen: Tuberositas = Rauhigkeit, Vorsprung mit rauer Fläche und iliaca heißt es deshalb, weil es sich an dem Os ilium befindet.


Fast geschafft, aber 2 was kommt noch.
Das sind zum ersten die Linien am Beckenrand. So wie wir gerade auf das Becken schauen, schauen wir von vorn, als wenn jemand vor uns steht und wir ihm ins Gesicht schauen können, dass meine ich mit vorn. Von dieser Ansicht sehen wir am Beckenrand die Labium internum. Dreht sich die Person rum und wir sehen ihre Rückenansicht, ist von dieser Seite des Beckenrandes die Labium externum zu sehen. Direkt auf dem Beckenrand (= Crista iliaca) ist die Linea intermedia.


Der letzte Punkt ist der Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Becken:

weiblich
männlich


- größer, ausladender, weniger hoch
- kleiner, massiver
- Darmbeinschaufeln sehr horizontal stehend
- Darmbeinschaufeln steiler u. enger zusammen
- Beckeneingang höher, ovale Fläche - Kartenherzform am Eingang
- Os sacrum = schmale Basis, aber breite massive Pars lateralis* - Os sacrum mehr nach innen → dadurch Kartenherzform
- Symphysenwinkel² (Arcus pubis, messbar mit Daumen u. Zeigefinger): 110° - Symphysenwinkel² (Angulus subpupicus, messbar mit Zeige-u. Mittelfinger): 70°
- Facies pelvina³: Krümmung deutlicher



* die Pars lateralis sind die "Flügel" des Os sacrum, die Dornfortsätze
Quelle: http://www.imaios.com/de/e-Anatomy/Wirbelsaeule/Wirbelsaeule-Diagramme


² der Symphysenwinkel ist der Abstand zwischen den beiden Sitzbeinhöckern (auf dem Bild sind das diese Halbkreise mit Löchern drin)

³ mit Facies pelvina wird die Seite des Os sacrum bezeichnet, die wir sehen würden wenn wir von vorn auf eine Person schauen würden (Facies = Fläche, pevlina -> Pelvis = Bauch)


Und wusstest ihr, dass unser Becken nicht gerade steht sondern um 60° geneigt ist?
Übrigens gibt es noch ein ISG (Iliosacralgelenk), dass ist eine Amphiathroe bzw. ein echtes Gelenk. Diese befindet sich auf der Rückseite des Os sacrum verbunden mit den Enden der Darmbeinschaufeln, als von dem beiden Facies auriculares zulaufend.

Na gut, genug Anatomie für heute, ich wünsche euch noch einen schönen Abend ;*


CoCo.

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